Nun gut, der "geborene Autor" ist Vinnie St. John bestimmt nicht: waren seine "Leatherface Chronicles" für Fans noch völlig in Ordnung, ging er dann aber mit seinem völlig miserablen Buch "Bloody Asia" (über die asiatischen CAT III - Movies) komplett baden (selbst der Verlag musste sich dafür bei den Fans und Kennern "entschuldigen"!).Mit dem vorliegenden Buch "Murderminds" hat sich John's nun dem Thema der "Serienmörder" angenommen. Auf den insgesamt 240 Seiten werden einige der "bekanntesten" Serienkiller des letztes 20. Jahrhunderts "vorgestellt". Zudem bekommt der geneigte Leser noch anschliessend Vermerke über passende Filme zum Thema, andere Bücher im Bereich der "Serienmörder" und als kleinen "Gag" am Rande: die irrwitzige Merchandising-Vermarktung von Serienkillerartikeln in den USA.
So weit, so gut... (sollte man zumindest meinen). Das Buch beginnt mit seiner Vorstellung der einzelnen Serienkiller auch recht gut und stimmig: in "Romanform" werden die Lebensläufe, Taten und Polizeiermittlungen zu Papier gebracht und in den Fällen von Richard Trenton Chase, Ed Gein, Richard Ramirez, Andrei Chikatilo und Jeffrey Dahmer sogar sehr "detailliert" und atmospährisch-spannend rübergebracht.
Aber dann kommt auch schon der Haken an der Sache bzw. man kann echt glauben, der Autor hatte danach keine grosse Lust mehr zum Schreiben: denn solchen "Persönlichkeiten" wie z.B. Charles Manson, Fritz Haarmann, Karl Denke und Henry Lee Lukas werden m.u. gerade mal 5(!!) Seiten gewidmet (wie z.B. im Falle von Haarmann, der damals über 50 Menschen zusammen mit seinem Lebensgefährten töte), wobei man davon aber noch mal etwa 1,5 Seiten wegen es Bildmaterials abziehen muss (zum Vergleich: Richard Ramirez bekam gleich ganze 50(!) Seiten gewidmet).
Was soll das bitte?! Keine detaillierten "Romanhandlungen" mehr, sondern wirklich nur noch lustlos hingekritzelte Phrasen, die mehr und mehr auf ein dümmliches Proltenniveau abrutschen.
Womit wir (leider) schon beim nächsten Kritikpunkt wären: der Autor ist sichtlich NICHT in der Lange Neutralität zu waren! In diesem Fall heisst das, das er (gerade zu Beginn des Buches, in der "Einführung") in einem nur noch als peinlich und infantil zu bezeichnenden Schreibstil gegen die ihn persönlich so verhasste USA wettert und Stimmung macht (okay, ich selber bin auch kein grosser Freund der USA, aber das, was man hier zu lesen bekommt ist nur noch als dilettantisch und peinlich zu bezeichnen, zumal mit Kraftausdrücken von seiner Seite aus leider auch ebenso wenig gesparrt wird). Auch ist es leider eine Tatsache, das Personen wie z.B. Ted Bundy, John Wayne Gacy und Aileen Wuornos gar nicht erst erwähnt werden in diesem Buch!
(Ebenso ist es eine Schande, das bei der Rubrik über die ganzen "Serienmöderfilme", solch ein Klassiker wie "Der Totmacher" mit Götz George fehlt, in welchem er den Serienmörder Fritz Haarmann mit beängstigender intensität verköpert!)
Fazit: im Grunde wurden leider wirklich sehr viele gute Chancen in den Wind geschossen, dank der mangelnden Schreibfähigkeit des Autors... das er dennoch etwas "Talent" hat, beweissen zwar u.a. die Abhandlungen von Ramirez und Chikatilo, aber dann ging ihm wirklich nach und nach (wortwörtlich gesprochen) "die Luft aus". Schade... aber dennoch 2 Sterne von mir, auf Grund des günstigen Preises, dem guten und stimmigen Bildmateriales und der Tatsache, das man dieses Buch zumindest kleinen "Wegweiser" verwenden kann, um sich dann bei weit aus besseren Biografien fortbilden zu können.