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Die Leiche im Kreuzverhör. Erstaunliche Lösungen spannender Kriminalfälle

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Die Leiche im Kreuzverhör. Erstaunliche Lösungen spannender Kriminalfälle

Autor: Colin Evans

Produktinformation:

    Gebundene Ausgabe
    Verlag: Birkhäuser Verlag
    ISBN: 3764356995


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Aus der Amazon.de-Redaktion

So wie in den meisten Fernsehkrimis sieht die Wirklichkeit der Kriminologen sicher nicht aus. Längst haben hochempfindliche Nachweismethoden und eine hochspezialisierte Schar von Medizinern, Physikern, Chemikern, Biologen und Geologen die Sicherung und Auswertung von Spuren am Tatort übernommen. Da kann es schon mal vorkommen, daß die Suche nach verräterischen Partikeln im Vorgarten mit einem Staubsauger vonstatten geht, und da darf dann kein Stöver, Kress oder Derrick durch den Tatort stiefeln.

Der Krimiautor Colin Evans zeigt in seinem Buch, daß eine Vielzahl von Verbrechen nur mit Hilfe ausgefeilter, wissenschaftlicher Methoden gelöst wurden. In seiner Sammlung beschreibt er berühmte Fälle wie den Tod der russischen Zarenfamilie, den Absturz des Jumbo-Jets über Lockerbie oder die Bedeutung der forensischen Anatomie bei der Aufklärung des Todes von Josef Mengele. Die wohl bekannteste Methode der Täteridentifizierung ist dabei die Analyse von Fingerabdrücken. Sie wurde schon Ende des letzten Jahrhunderts entwickelt und hat bis heute nichts an Bedeutung verloren. Ob Ballistik, Forensische Anatomie, Graphologie, Toxikologie oder DNS-Analyse, die Methoden werden immer raffinierter und haben die Vorstellungskraft der Täter längst überschritten. Mit dem bloßen Auge unsichtbare Schuppen oder unter ultraviolettem Licht sichtbare Blutspuren können den Täter im Zeitalter des genetischen Fingerprints heute zweifelsfrei überführen.

Das spannende und überaus lehrreiche Buch gibt einen Einblick in eine nicht alltägliche und ein wenig schaurige Anwendung naturwissenschaftlicher Methoden. Der Täter kann seine Tat noch so penibel und durchtrieben planen, er wird es kaum schaffen, den Tatort ohne eine Spur zu verlassen. Auf jeden Fall aber wird die Angst vor einer unsichtbaren Spur zu einer bedrohlichen Belastung; das perfekte Verbrechen wird es somit auch in Zukunft kaum geben. — Joachim Schüring

Kundenrezensionen

Lesespass bei Mord und Totschlag
Colin Evans hat aus dem unerschoepflichen Reservoir tatsaechlich stattgefundener Verbrechen geschoepft und jene Taten ausgewaehlt, die die Bezeichnung Lehrstuecke der Kriminalistik verdienen. Zu insgeamt 15 Fachbereichen der Verbrechensaufklaerung (zB. Ballistik, Daktyskopie, DNS-Analyse oder Sprachidentifizierung) hat der Autor mehrere Kriminalfaelle zusammengetragen, die sich zwischen 1751 und 1991 vorwiegend in den USA oder Europa zugetragen haben. Den Darstellungsschwerpunkt jedes Falls legt Evans auf die kriminalistische Arbeit, insbesondere auf den Einsatz wissenschaftlicher Methoden und Hilfsmittel. Die Faelle sind chronologisch aneinander gereiht, sodass die schrittweise Entwicklung eines Fachgebietes von seinen Anfaengen bis zur Gegenwart nachvollzogen werden kann.

Unter den ausgewaehlten Kriminalfaellen befinden sich Meilensteine der Kriminalistik geloest von den Kapazundern der Verbrecherjagd wie auch spektakulaere Faelle, die die Weltoeffentlichkeit in Atem gehalten haben (etwa die Entfuehrung des Sohnes des Atlantikpiloten Charles Lindbergh, der Flugzeugabsturz ueber Lockerbie oder die Faelschung der Tagebuecher Adolf Hitlers). Das Buch ist in kleine Haeppchen portioniert. Jeder Fall wird auf vier bis sechs Seiten als abgeschlosse Geschichte erzaehlt, was ein angenehmes und kurzfristiges Lesen ermoeglicht. Die „Leiche im Kreuzverhoer" eignet sich daher auch als Zwischendurchlektuere.

Bei der sehr gerafften Darstellung kommt das Umfeld oder das Motiv des Taeters gelegentlich zu kurz. Wiewohl am Ende bekannt ist, wie die Tat vollbracht und aufgeklaert wurde, wird die Frage nach der Absicht des Taeters manchmal nur unscharf beantwortet. Weiters kann bemaengelt werden, dass Evans bei der Auswahl der Faelle gegenwaertigen Kriminalitaetserscheinungen (Internet-, Wirtschafts-, Organisierte Kriminalitaet) keinen Raum gewidmet hat. Da der Autor die fruchtbare Verbindung von Wissenschaft und Verbrechensaufklaerung in den Mittelpunkt des Buches rueckt, darf mit Fug und Recht beanstandet werden, dass mit Ausnahme der Kriminalpsychologie nur technische oder naturwissenschaftliche Disziplinen Erwaehnung finden. Wiewohl die Konsultation eines Geschichtswissenschafters, Voelkerkundlers oder Soziologen zur Aufklaerung eines Verbrechens (noch) selten erfolgt, haetten auch die fuer den Kriminalisten „exotischen" Humanwissenschaften einen kleinen Exkurs in Evans Buch verdient.

Der hohe Unterhaltungs- und Bildungswert des Buches wird durch diese Maengel aber keinesfalls gemindert. Der Autor schildert Mord und Totschlag in lebendiger Sprache, wobei Fach-Chinesisch und technische Details vermieden werden. Zur Vertiefung ist „Die Leiche im Kreuzverhoer" daher ungeeignet. Umso besser erhaelt der Leser dafuer einen breiten Überblick darueber, welcher wissenschaftlicher Hilfsmittel sich der Kriminalist der Gegenwart bedient.

Zunächst interessant, aber dann etwas langatmig
Haben gute alte Detektive wie Sherlock Holmes oder Columbo, die sich auf Spürsinn und kriminalistischen Intellekt verließen, ausgedient? Sind sie nur noch Fantasieprodukte irgendwelcher Buch- bzw. Drehbuchautoren? Haben sie denn jemals "wirklich" existiert? Das sind vielleicht die zentralen Fragen, die man sich im Zusammenhang mit dem Buch "Die Leiche im Kreuzverhör", einem im Grunde genommen populärwissenschaftlichen Buch, stellen muß. Der Autor Colin Evans reiht hier etliche mehr oder weniger berühmte Kriminalfälle aneinander, die alle etwas gemeinsam haben. Sie wurden alle mithilfe (natur)wissenschaftlicher Methoden gelöst. Die einzelnen Kriminalfälle sind nach den verschiedenen Methoden aufgeteilt und dann noch historisch fein säuberlich aufgelistet. So läßt sich immerhin in gewissem Maße die Weiterentwicklung bestimmter Methoden verfolgen. Zu Beginn ist das Buch hochinteressant zu lesen. Zum einen lassen einen die zum Teil grauenvollen Straftaten erschaudern (da kommt manchmal makabres "Krimifeeling" auf), zum anderen wirkt es zunächst erstaunlich wie elegant teilweise die Wissenschaft zur Lösung, die stets mit herkömmlichen Mehtoden nicht greifbar erschien, eingesetzt wurde. Das Problem ist nur, daß dieser Aufbau nicht für ein Buch geeignet ist, das fast 400 Seiten umfaßt. Denn spätestens nach der Hälfte wird es immer mehr zur Qual weiterzulesen. Der menschliche Geist gewöhnt sich ja an alles, also verliert auch die Grausamkeit einiger Kriminalfälle ihren makabren Reiz (wenn man x-mal erzählt bekommt wie dieser oder jener Mörder dieses oder jenes Opfer zerteilt hat, erschüttert das einen bald nicht mehr). Außerdem passiert wenig überraschend neues in den diversen zu einer bestimmten Methode gehörigen Kriminalfällen. Man ist schließlich geneigt, nur noch die jeweilige Einführung zu der wissenschaftlichen Methode und den ersten dazugehörigen Kriminalfall zu lesen. Vielleicht ist das auch die beste Art und Weise das Buch zu lesen: zunächst immer nur einen Fall pro Methode und was besonders interessant erscheint, kann ja noch vertieft werden. Wegen der Schwächen beim "herkömmlichen" Lesen, gibt's von mir aber nur 3 Sterne für die "Leiche im Kreuzverhör". (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)





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